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Ein ständig mürrisches und unzufriedenes Baby in meinen Armen zu halten, war am Anfang schwer für mich zu ertragen. Zumal ich nicht wusste, ob meinem Sohn etwas fehlt. Ich versuchte ihn täglich bei Laune zu halten, aber er ließ sich immer nur kurz auf ein Späßchen ein und kurz danach explodierte wieder eine Bombe.

Ich dachte immer nur: „Warum weiß ich nicht, was mein Sohn braucht?“, „Warum ist er nur so unzufrieden?“, „Was fehlt ihm?“ und und und.

Erst als ich etwas über High Need Babys gelesen hatte und dass das mit dem Temperament zu tun hat, verstand ich es und akzeptierte es. Danach sagte ich aber oft zu meinem Mann: „Von mir hat er das nicht, das hat er mit Sicherheit von dir…!“

Ja ja, so kann man sich auch immer wieder gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben. Aber es war ironisch gemeint und galt nicht als Vorwurf. Dennoch ist es interessant zu wissen, dass das Temperament vererbt werden kann.

An dieser Stelle möchte ich gerne ein kleines Zitat von Dr. Harvey Karp zitieren, denn genauso hatte ich das Gefühl bei uns und musste so darüber lachen:

„Da das Temperament weitgehend ein vererbtes Merkmal ist, spiegelt die Persönlichkeit eines Babys fast immer die der Eltern wieder. Aber ebenso wie braunäugige Eltern ein blauäugiges Kind bekommen können, können sanftmütige Eltern überraschend einem Tyrannosaurus Rex das Leben schenken, vor dem sie sich am liebsten in Sicherheit bringen würden“.

Aber ich muss nun dazu sagen, dass jetzt mein Sohn, mit 15 Monaten, viel öfter lacht, so intensiv und aus tiefstem Herzen, dass ich jetzt immer sage: „Er kommt ganz nach mir!“

Aber, damit du die Sichtweise eines unzufriedenen High Need Babys nicht nur aus meiner Sicht siehst, beschreibe ich dir dieses Merkmal nachfolgend, aus der langjährigen Erfahrung von Dr. Sears (dem Namens-Gründer von High Need Baby).

Das siebte Merkmal – Unzufrieden

Die Bedürfnisse eines Babys nicht befriedigen zu können, ist für Eltern von High Need Babys sehr frustrierend. Es scheint ein direkter Angriff auf ihre Fähigkeiten zu sein. Ist denn ein zufriedenes Baby nicht das Markenzeichen einer erfolgreichen Mutterschaft? Falsch! Es wird Tage geben, an denen Sie stillen, schaukeln, spazieren gehen, fahren, tragen und jede nur erdenkliche Beruhigungstechnik ausprobieren – und nichts funktioniert. Verstehen Sie das nicht als Zeichen des Versagens. Sie tun das Beste, was Sie können, und der Rest ist Sache des Babys.

Sie haben als Mutter nicht versagt, auch wenn Ihr Baby die meiste Zeit unglücklich ist. Das ist einfach ein Teil seiner Persönlichkeit. In der Zwischenzeit experimentieren Sie weiter mit einem Beruhigungsmittel nach dem anderen, und Sie werden schließlich eines entdecken, das funktioniert – zumindest für diesen Tag. Dann werden Sie sich wie ein Genie fühlen! Behalten Sie Ihren Detektivhut auf, um Hinweise auf das Unbehagen Ihres Babys zu finden. Durch ständiges Ausprobieren können Sie Ihre Fähigkeiten zur Beruhigung Ihres Babys ausbauen.

Mein Schlusswort

Wie Dr. Sears sagt, es gibt Tage, an denen man eine wirkungsvolle Beruhigungstechnik gefunden hat und die sollte man auch unbedingt genießen. Aber es gibt auch viele Tage, an denen einfach keine Beruhigungstechnik helfen will. Für solche Tage, habe ich eine Beruhigungstechnik für MICH entwickelt! Die hat sich aber erst entwickelt, als mein Sohn ca. ein Jahr alt war. Ab dann hatte er sich auch etwas in Geduld geübt… was schon mal ein riesen Fortschritt war.

Obwohl er des Öfteren ein bisschen Geduld aufbringen kann (darf ja nicht zu viel sein, sonst verwöhnt er mich zu sehr…), gibt es einige Tage, in denen er wieder sehr ungeduldig und unzufrieden ist. Meistens gehen diese Tage dann schon früh am Morgen im Bett los und enden dann auch erst abends im Bett. Dann merke ich schon: „Oh, heute ist wieder ein Tag auf Sparflamme.“

Was das bedeutet? Nun, ab dem Moment, wenn ich das Gejammer und Geschrei nicht mehr aushalten kann, sage ich mir: „Ohren zu und durch!“ Damit meine ich dann auch wirklich „auf Durchzug schalten“ und nur das „Nötigste“ hören.

Als mein Mann sagte, dass schafft er aber nicht. Dann erklärte ich ihm, warum es bei mir so funktioniert. Ich habe bemerkt, dass ich in diesen Schrei-und Jammerphasen keine Arbeit machen kann, die Konzentration benötigt und so lasse ich diese Arbeiten an diesem Tag einfach sein oder verschiebe sie. Mein Gehirn schaltet bewusst auf Sparflamme. Oder vielleicht auch besser gesagt: „Out of order“. Und nur bei dringenden Fällen schaltet es sich wieder ein. Diese Technik erspart mir viele nervraubende und explodierende Ausraster.

Ich bin nun gerade dabei, es meinem Mann beizubringen! Versuch du das am besten auch aus. Ich kann es für dich und deine Nerven nur empfehlen!

Für den besseren Überblick

Hier sind alle 12 Merkmale eines High Need Babys aufgeführt:

  1. Intensiv
  2. Hyperaktiv
  3. Entleerend / Auslaugend
  4. Häufiges Füttern
  5. Fordernd
  6. Häufiges Erwachen
  7. Unzufrieden
  8. Unberechenbar
  9. Hochsensibel
  10. Kann Baby nicht ablegen
  11. Kein Selbstberuhiger
  12. Trennungsempfindlich
*Bitte bedenke, dass nicht jedes High Need Baby / temperamentvolles Baby alle zwölf Merkmale haben muss, um als solches zu gelten. Aber dennoch die meisten davon.

Hast du auch ein unzufriedenes High Need Baby / temperamentvolles Baby? Kommt dir dabei der Wunsch, dich mit Gleichgesinnten auszutauschen? Dann komm doch in meine private Facebook-Unterstützungsgruppe.

Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob du ein High Need Baby / temperamentvolles Baby hast, dann mach doch bei meinem Quiz mit. Dort erfährst du einiges über die verschiedenen Baby-Temperamente. Klicke dafür auf diesen Link.

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