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Ich denke dieses Merkmal trifft auf viele Babys zu. Man sieht unglaublich viele gelassene Eltern mit ihren zuckersüßen, entspannten und schlafenden Babys im Tragetuch oder in der Babytrage.

Dieser Anblick hat mich oftmals sehr neidisch gemacht. Nicht dass ich es anderen Eltern nicht gönne, aber ich dachte mir nur: „Warum kann das bei meinem temperamentvollen Baby nicht auch so entspannt und gelassen ablaufen?“

Was für viele Eltern ein Garant zum Einschlafen und beruhigen ist, war die Babytrage oder Tragetuch für uns einfach nur wie beim Lotto spielen. Aber das waren auch die anderen Beruhigungsversuche. Mal hatte man Glück, mal nicht. Die meiste Zeit also eher nicht. Aber wenn er mal die Babytrage akzeptierte, dann musste ich mich dabei unbedingt bewegen. Ja nicht stehen bleiben. Sobald ich stehen blieb, schrie er wieder los.

Einmal fragte mich tatsächlich die Cousine meines Mannes, ob ich gerade (während dem Tragen) Sport mache. Ich musste lachen, obwohl mir gar nicht zum Lachen zumute war. Ich erklärte ihr, dass ich ihn immer tragen und dabei intensive Bewegung machen muss, sonst fängt er an zu schreien. Sie staunte nicht schlecht und hatte auf einmal Mitleid mit mir.

Der Unterschied von einem High Need Baby und einem „einfachen“ Baby ist der, dass ein High Need Baby, wenn es mal abgelegt wird (sei es vielleicht wegen einem Toilettenstopp), sofort mit ohrenbetäubendem Geschrei loslegt und erst dann wieder aufhört, bis man es wieder in die Arme nimmt.

Natürlich wollte auch mein Sohn nie abgelegt werden, aber ihn in der Babytrage tragen, war für uns beide nicht gerade Entspannung pur.

Wie ich es also anstellte ihn tagsüber zu tragen, mit wenig unterstützenden Mitteln? Tja, ich trug ihn die meiste Zeit einfach im Arm. Aber auch hier galt: Immer in Bewegung bleiben! Das ging natürlich auf Kosten meines Rückens und Gelenke, denn er war nicht gerade leicht. So versuchte ich, wann immer möglich, ihn auf dem Gymnastikball zu beruhigen und so schonte und trainierte ich auch gleichzeitig meinen Körper.

Genau aus diesem Grund nenne ich es, dass „muskelaufbauende“ Merkmal!

Aber als ob die Situation nicht schon anstrengend genug war, so kamen noch ständig Sprüche wie:

  • „Trag ihn doch nicht immer, der gewöhnt sich nur daran“ oder
  • „Siehst du, habe ich doch gesagt. Jetzt kann er gar nicht mehr anders“
  • Und und und

Aber nun gut, damit du noch eine weitere Sichtweise von einem High Need Baby hast, dass sich nicht ablegen lässt (und nicht nur meine), beschreibe ich dir dieses Merkmal direkt aus der langjährigen Erfahrung von Dr. Sears (dem Namens-Gründer von High Need Baby):

Das zehnte Merkmal Kann Baby nicht ablegen

High Need Babys sehnen sich nach Berührung: Haut-zu-Haut-Kontakt in Ihren Armen, an Ihrer Brust, in Ihrem Bett. Sie suchen jeden erdenklichen Körperkontakt mit ihren Bezugspersonen. Außerdem sehnen sie sich nach Bewegung. Festhalten reicht nicht aus; der Halter muss sich ständig bewegen. Wenn sich der Halter hinsetzen möchte, dann am besten auf etwas, das schaukelt, gleitet oder schwingt.

Dieses ständige Festhalten kann vor allem für frischgebackene Eltern schwierig sein, die das Modellbaby aus der Zeitschrift erwartet haben, das ruhig in der Krippe liegt und teure Mobiles anschaut. Dies ist nicht das Spielprofil eines High Need Babys. Die Arme und der Körper der Eltern sind sein Bettchen, die Brüste der Mutter sind sein Schnuller, und der Schoß ist sein Stuhl. Die meisten High Need Babys entscheiden sich für einen Wechsel von der Krippe oder dem Laufstall zum Tragetuch. Sie werden gerne viele Stunden am Tag getragen, weil sie den Körperkontakt mögen und gerne dort sind, wo etwas los ist. Intelligente Babys.

Zögerlich bei körperlicher Berührung

Manche High Need Babys sind super kuschelig und wollen unbedingt gehalten werden, andere sind zögerlicher und werden oft als „unkuschlig“ bezeichnet. Es könnte sein, dass dieses Verhalten durch eine extreme Sensibilität verursacht wird, die dazu führt, dass sie Berührungen als beunruhigend oder bedrohlich empfinden. Es ist wichtig, dass die Eltern ruhig und entspannt bleiben. Solche Babys brauchen einen vorsichtigen Umgang, der eine Überreizung vermeidet und sie allmählich unempfindlich gegenüber Berührungen macht. Mit der Zeit werden sie sich an entspanntes Berühren und Halten gewöhnen.

Einige unkuschlige Babys wehren sich weiterhin gegen engen Körperkontakt, gegen das enge Tragen im Tragetuch oder dagegen, längere Zeit in den Armen einer Person zu liegen. Sie protestieren auch dagegen, gewickelt zu werden. Das sind die Babys, die mehr Platz und Zeit auf dem Boden brauchen. Die nicht anschmiegsamen Babys sind die schwierigsten unter den High Need Babys, weil sie nicht in den Armen ihrer Bezugspersonen dahinschmelzen und sich dankbar anpassen. Wenn Sie ein Baby haben, das anfangs nicht kuschlig ist, nehmen Sie es nicht persönlich. Diese Babys sind einfach langsamer, wenn es darum geht, sich an Körperkontakt zu gewöhnen. Die meisten von ihnen gewöhnen sich mit der Zeit an den berührungsintensiven Erziehungsstil, den ihre High Need Kollegen zu genießen gelernt haben.

Mein Schlusswort

Wie du siehst habe ich ein besonders „unkuschliges“ Exemplar (zögerlich bei körperlicher Berührung). Das nicht persönlich zu nehmen, ist am Anfang ziemlich schwer. Vor allem wenn man selbst ein großer Kuscheltyp ist. Für mich war es erstmal schwer zu begreifen, dass es auch Babys gibt, die zwar Nähe suchen, aber eben nicht zu viel und dabei auch nicht eingeengt werden wollen. Das war für mich ein täglicher Balanceakt.

Aber wie gesagt, ist es schon erschöpfend genug, ein Baby zu haben, dass niemals abgelegt werden kann, ohne dabei sofort intensiv los zu schreien. Aber dann noch Ratschläge anhören zu müssen, die die Situation noch nicht mal verbessern, sondern eher verschlimmern, das raubt noch den letzten Nerv.

Deshalb habe ich für mich gelernt, nur noch auf bestimmte Ratschläge zu hören und anzunehmen, die z.B. Sätze beinhalten wie:

  • „Ich weiß, was dir hilft! Ich geh mit dem Kleinen spazieren, damit du mal ein Nickerchen machen kannst“ oder
  • „Ich weiß ganz genau, was dir jetzt guttut! Nimm dir ein Bad, lies ein Buch und entspann dich. Ich übernehme den Kleinen.“

Ja genau, dass sind Ratschläge zum Dahinschmelzen und die man ohne Weiteres sofort und sehr gerne annimmt…! Ohne Kritik und ohne Besserwisserei!

Das benötigen Eltern und vor allem High Need Eltern!

Für den besseren Überblick

Hier sind alle 12 Merkmale eines High Need Babys aufgeführt:

  1. Intensiv
  2. Hyperaktiv
  3. Entleerend / Auslaugend
  4. Häufiges Füttern
  5. Fordernd
  6. Häufiges Erwachen
  7. Unzufrieden
  8. Unberechenbar
  9. Hochsensibel
  10. Kann Baby nicht ablegen
  11. Kein Selbstberuhiger
  12. Trennungsempfindlich
*Bitte bedenke, dass nicht jedes High Need Baby / temperamentvolles Baby alle zwölf Merkmale haben muss, um als solches zu gelten. Aber dennoch die meisten davon.

Hast du auch ein nicht ablegbares High Need Baby / temperamentvolles Baby? Kommt dir dabei der Wunsch, dich mit Gleichgesinnten auszutauschen? Dann komm doch in meine private Facebook-Unterstützungsgruppe

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