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Bevor ich überhaupt gemerkt hatte, dass mein Baby extrem aktiv ist, dachte ich und auch die meisten im Umfeld, er hätte den ganzen Tag Koliken.

Natürlich liest man zwar, dass die Dreimonatskoliken in den Spätnachmittags- und Abendstunden zu spüren sind.

Aber ja: Keine Regel ohne Ausnahme…!

Er spannte immer seinen ganzen Körper an. Dabei noch die Arme und Beine angezogen. Dazu noch ein hochroter Kopf mit runzligen Falten im Gesicht (vom vielen Schreien) und ein gekrümmter Rücken. Wer denkt da nicht an die Koliken?

Nicht einmal beim Stillen ging es ruhig her. Wie ich schon mal erwähnt habe: „Während dem Stillen, trainierte er ganz eindeutig für die Olympiade!

  • Mit besten Grüßen an meine Brüste! Vielen Dank an euch, dass ihr das alles so gut mitgemacht habt…!!!

Nun denn, damit du ein besseres Verständnis von einem hyperaktiven High Need Baby hast (und nicht nur meine eigene Erfahrung mit einfließt), beschreibe ich dir dieses Merkmal direkt aus der Sicht von Dr. Sears (dem Namens-Gründer von High Need Baby).

Das zweite Merkmal – Hyperaktiv

Diese Eigenschaft von High Need Babys und ihr Verwandter, der Hypertoniker, stehen in direktem Zusammenhang mit der Eigenschaft der Intensität. Hypertonisch bezieht sich auf Muskeln, die häufig angespannt und einsatzbereit sind, angespannt und darauf wartend, in Aktion zu explodieren. Die Muskeln und der Geist von High Need Kindern sind selten entspannt oder still. „Sogar als Neugeborenes konnte ich die Drähte in ihm spüren“, berichtete eine Mutter. „Sie hasste es, gewickelt zu werden“, meldete sich eine andere Mutter. Die meisten High Need Babys, begrüßen es, in eine Decke eingewickelt, in einem Tragetuch getragen oder über die Schulter gelegt zu werden, um sich der Körperkontur anzupassen. Es gibt jedoch einige High Need Babys, die das Einschließen und den Körperkontakt zu meiden scheinen. Sie versteifen ihre Gliedmaßen und krümmen ihren Rücken, wenn man versucht, sie zu halten.  Häufig sieht man sie Rückwärtssprünge auf Ihrem Schoß machen, wodurch das Stillen zu einem gymnastischen Ereignis wird.

Beschreibung vs. Störung

Eltern, denken Sie daran, dass der Begriff „hyperaktiv“, wie alle Wörter, die zur Beschreibung von High Need Kindern verwendet werden, keine negative Bezeichnung ist. An welchem Punkt ein normalerweise aktives Kind zu einem „hyperaktiven“ Kind wird, ist eine Ermessensentscheidung. Wenn Sie Ihr aktives Kleinkind als hyperaktiv bezeichnen, bedeutet das nicht, dass es für immer mit diesem Etikett belastet sein wird oder dass es eines Tages von einem Schulpsychologen als hyperaktiv bezeichnet wird. Dieser Begriff beschreibt lediglich, wie sich Ihr Kind verhält, ohne ein Urteil darüber abzugeben, ob es gut oder schlecht ist. „Hyperaktiv“ bei einem Säugling oder Kleinkind ist keine Störung, es ist eine Beschreibung.

„Hyper“ liegt oft im Auge des Beobachters des Kindes. Das Aktivitätsniveau ist relativ zu der Gesellschaft, die das Kind hat. Setzen Sie ein intensives, kreatives, enthusiastisches Kind in eine Gruppe von eher zurückhaltenden Kindern, und der Aktive wird relativ zu den Beobachtern als „hyper“ eingestuft. Auch das Aktivitätsniveau des Kindes hängt von der Umgebung ab. Ein Kind kann in der komfortablen, bekannten Umgebung seines eigenen Zuhauses ruhig spielen, aber in einer Spielgruppe voller Fremder hektisch und unkontrolliert sein.

„So etwas wie eine ruhige Aufnahme gibt es nicht“, sagte ein Fotografen-Vater eines High Need Babys. „Sein Motor scheint im schnellen Leerlauf festzustecken“, kommentierte ein anderer Vater. Diese motorischen Züge sind Teil der Persönlichkeit des Babys. Es mag manchmal schwer sein, mit ihnen zu leben, aber diese Unruhe ist nicht unbedingt ein negativer Charakterzug. Einige hochkreative, weltverändernde Menschen wurden als Kind irgendwann als hyperaktiv abgestempelt.

Mein Schlusswort

Ich finde es sehr wichtig, die Aussage von Dr. Sears zu beachten, dass dieses Merkmal keine Störung ist. Als Eltern eines High Need Babys / temperamentvollen Babys ist es ohnehin schon schwer den Baby-Alltag zu bewältigen. Da bringen Ängste zu einer möglichen Krankheit, noch mehr Zweifel und Unruhe rein. Deshalb finde ich es wichtig, sein Kind gut zu beobachten und nicht nur auf äußere Meinungen zu achten, die einen noch mehr zweifeln lassen. Dann bekommt man als Elternteil auch ein gutes Gefühl dafür, ob sich das eigene Kind wirklich seltsam verhält oder ob es sich nur um sein starkes Temperament handelt.

Es gibt sicherlich einige Merkmale, die mit dem Merkmal „hyperaktiv“ auf gewisse Krankheiten hindeuten, wie z.B. ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) und die sensorische Integrationsstörung (SPD-sensory processing disorders).

Als Elternteil macht man sich sicherlich Sorgen darüber, ob das eigene Kind diese Störungen haben könnte, wenn es sich hyperaktiv verhält. Dennoch möchte ich dazu sagen: „Sobald dir bei deinem Baby das Gefühl aufkommt, dass es sich um eine Störung handeln könnte, solltest du am besten einen spezialisierten Arzt aufsuchen, der eine genaue Diagnose stellen kann. Aber bis dahin und auch danach: Mach dich nicht verrückt!“

Für den besseren Überblick

Hier sind alle 12 Merkmale eines High Need Babys aufgeführt:

  1. Intensiv
  2. Hyperaktiv
  3. Entleerend / Auslaugend
  4. Häufiges Füttern
  5. Fordernd
  6. Häufiges Erwachen
  7. Unzufrieden
  8. Unberechenbar
  9. Hochsensibel
  10. Kann Baby nicht ablegen
  11. Kein Selbstberuhiger
  12. Trennungsempfindlich
*Bitte bedenke, dass nicht jedes High Need Baby / temperamentvolles Baby alle zwölf Merkmale haben muss, um als solches zu gelten. Aber dennoch die meisten davon.

Hast du auch ein hyperaktives High Need Baby / temperamentvolles Baby? Kommt dir dabei der Wunsch, dich mit Gleichgesinnten auszutauschen? Dann komm doch in meine private Facebook-Unterstützungsgruppe.

Wenn du dir nicht ganz sicher bist, ob du ein High Need Baby / temperamentvolles Baby hast, dann mach doch bei meinem Quiz mit. Dort erfährst du einiges über die verschiedenen Baby-Temperamente. Klicke dafür auf diesen Link.

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